Tipps für das Bepflanzen eines Gewächshauses

Das Gewächshaus eignet sich ideal für das Bepflanzen von Gemüse und Obst. Hier kann ich die besten Bedingungen für meine Pflanzen wie Tomaten und Gurken schaffen, um bestes Wachstum zu erlangen.

Lichteinfall und Bewässerung

Die Lüftung und der Lichteinfall sind entscheidende Faktoren für ein gutes Ernten. Der durch die Sonneneinstrahlung entstandene Wärmestau wird durch gutes und regelmäßiges Lüften beseitigt. Hierbei wird auch das verbrauchte Kohlendioxid ersetzt. An besonders heißen Tagen können Fenster und Türen offen gelassen werden. Auch eine ständige Bewässerung ist von äußerster Wichtigkeit. Falls es nicht möglich ist, jeden Tag zu gießen, könnte man sich eine Berieselungsanlage anschaffen.

Das Anlegen eines Grundbettes

Man beginnt zunächst mit dem Anlegen eines Grundbettes. Das Erdreich wird etwa 30 bis 50 cm tief ausgeschachtet. Dann sollte guter Mutterboden eingebracht werden. Der konzentrierte Anbau im Gewächshaus verlangt den Boden viele Nährstoffe ab. Es sollte daher gut gedüngt und der Boden alle 2 bis 3 Jahre ausgetauscht werden. Die Beschaffenheit des Bodens sollte locker und feinkrümelig sein. Ein gut verrotteter Kompost mit Torf und Sand vermischt ist gut geeignet.

Das Gewächshaus wird genutzt, um die Vegetationsperiode von Gemüse zu verlängern. Ich beginne mit der Aufzucht von Gemüse, das später ins Freiland gepflanzt wird. Wenn das Gewächshaus beheizbar ist, kann ich schon zeitig im Frühjahr mit der Bepflanzung beginnen, sonst muss ich den Frost abwarten. Währenddessen kann z.B. Salat, Kohlrabi oder Kohl gesät werden.

Das Pikieren der Pflanzen

Die Aussaat erfolgt in Saatgefäße. Die in den Saatgefäßen entwickelten Sämlinge brauchen bald mehr Platz und ich muss sie in größere Gefäße umtopfen, das nennt man Pikieren. Der beste Zeitpunkt ist, wenn sich die Keimblätter voll entwickelt haben. Die Sämlinge werden vorsichtig aus dem Saatgefäß entnommen und wieder eingesetzt. Die Wurzeln dürfen dabei nicht eingeknickt oder verletzt werden. Zu lange Wurzeln kann ich einkürzen, damit sie kräftige Seitenwurzeln bekommen. Die Pflanzen müssen dann angegossen werden.

Das Auspflanzen

Günstig ist, wenn die Pflanzen in Torf gepresste Aufzuchtstöpfe gepflanzt werden. Die Jungpflanzen können dann direkt mit den Töpfen ins Freiland gepflanzt werden und werden nicht noch einmal in ihrem Wachstum gestört. Vor dem Auspflanzen ins Frühbeet sollten die Pflanzen etwas abgehärtet werden, das erreiche ich durch das Lüften des Gewächshauses. Auf gutes Gießen ist zu achten und Staunässe ist zu vermeiden, damit keine Wurzelfäule entsteht. Wenn die Pflanzen kräftig genug sind und keine Frostgefahr besteht, können jetzt die Jungpflanzen in die vorbereiteten Beete gepflanzt werden.

Der Anbau von Gurken

Für den Anbau einer Gurke muss ich auf einige wichtige Dinge achten. Ich muss sie ins Grundbeet setzen, da sie hochrankt. Die Erde für den Gurkenanbau muss entsprechend aufbereitet werden. Eine grobe Struktur durch Stroh bzw. Mist dient zur guten Durchlüftung. Bei der Zersetzung dieser Materialien setzt sich Wärme ab und diese schafft günstige Wachstumsbedingungen. Durch Stallmist erhält die Pflanze einen guten Grundnährstoff. Die Gurke ist zwar ein Flachwurzler, sollte aber trotzdem 50 cm aufgeschüttet werden. Gepflanzt wird in Reihe und der Abstand zwischen den Pflanzen sollte 50 cm sein. Da Gurken rankende Pflanzen sind, müssen entsprechende Vorkehrungen getroffen werden: Ich ziehe ein Drahtseil von einer Seite des Gewächshauses bis zur anderen Seite. Hier befestige ich senkrechte Schnüre. Das untere Ende der Schnur befestige ich mit dem Wurzelhals der Pflanze. Obwohl sich die Pflanze selbst hochrangt, ist es günstiger, ihr alle 30 bis 50 cm einen Plastikring als Hilfe zu geben.

Bei einsetzendem Ertrag können die Gurken die Pflanze herunterziehen. Hier erweist es sich als günstig, einen Drahthaken am Spanndraht zu befestigen, um die Pflanze zu entlasten. Gurken sollten nicht auf dem Boden liegen. Hier können Sie eine Glasscheibe unterlegen. Die ersten Gurken lasse ich nicht zu groß werden und nehme sie rechtzeitig ab, um die Pflanze noch etwas zu schonen. Wenn der Ertrag sehr hoch ist, kann man schon mal einige Früchte abnehmen. Auch zu große Gurken sollten rechtzeitig abgenommen werden. Die Seitentriebe sollten befestigt werden, damit die Gurken auch diese nicht herunterziehen können. Gelegentliches Auslichten ist erforderlich und Krüpelpflanzen sind zu entfernen. Tagestemperaturen von 25 Grad sind am günstigsten für das Wachstum. Es sollte nicht wärmer als 32 Grad werden, aber auch nicht weniger als 15 Grad Mindesttemperatur herrschen. Neben der Schaffung günstiger klimatischer Bedingungen muss sich auch um genügende Nährstoffzuführung gekümmert werden. Ich verwende zum Düngen beispielsweise Blaukorn.

Der Anbau von Tomaten

Der Anbau von Tomaten im Gewächshaus ist weit verbreitet. Im Gegensatz zur Gurke ist die Tomate ein Tiefwurzler. Der Boden sollte auf 50 cm Tiefe vorbereitet werden. Es könnte sandiger Lehmboden eingearbeitet werden. Es ist darauf zu achten, dass keine Staunässe entstehen kann. Gepflanzt werden Stabtomaten in einem Abstand von 50 cm.

Das Ausgeizen der Tomatenpflanze erfordert viel Aufmerksamkeit. Die Triebspitzen werden mit den Fingern zur Seite ausgebrochen. Ein Messer wird nicht verwendet, da an ihm Krankheitskeime haften können. Der Haupttrieb ist nicht in der Lage die Pflanze mit zunehmender Länge aufrecht zu halten und sollte an einem Stab befestigt werden. Es gibt geeignete gedrehte Stangen im Baumarkt zu kaufen. Im Gegensatz zur Gurke muss eine Tomate bestäubt werden. Das ist in geschlossenen Räumen natürlich schwierig. Günstig wirken sich die Luftbewegung und das Rütteln an der Pflanze aus.

Temperaturen von 18 bis 25 Grad sind ideal. Die Luftfeuchtigkeit sollte mittels regelmäßigen Lüftens gering gehalten werden und es ist eine gute Bodenfeuchtigkeit erforderlich. Die Bewässerung richtet sich nach den Außentemperaturen, wenn es warm ist, muss öfter gegossen werden. Die Blätter der Tomate sind beim Gießen nicht zu benetzen. Nehmen sie die Pflanztöpfe, graben sie diese neben einer Tomatenpflanze ein und gießen sie diese voll. Hierdurch kommt das Wasser an die richtige Stelle, nämlich an die Wurzel.

In den lichtschwachen Jahreszeiten ist der Bedarf an Kalium besonders hoch. Nach der Entwicklung des dritten oder vierten Blütenstandes wird eine Stickstoffabgabe verabreicht, diese kann mit einer Kaliumgabe kombiniert sein. Auch hier kann Blaudünger verwendet werden.

Tomaten und Gurken in einem Gewächshaus?

Die Frage bei vielen Gärtner ist: Kann ich Tomate und Gurke in dem gleichen Gewächshaus pflanzen? Ich beantworte diese Frage mit ja. In unserem Gewächshaus wird dies seit vielen Jahren praktiziert und der Erfolg gibt mir Recht. Gurken auf einer Seite und die Tomaten auf der anderen Seite. Gurken von oben gießen und die Tomaten nur von unten. Auf den Boden achten und wie gesagt austauschen. Auch an die verschiedene Düngung denken.

Einen kleinen Tipp habe ich noch: Sollten die Temperaturen zu niedrig sein (sei es im Frühjahr oder Herbst), stellen sie einfach eine Kerze über Nacht in das Gewächshaus.

Ich wünsche gutes Gelingen und gute Ernte.

Bilder:  florian_1_1_2, flickr.com/ Landwirtschaftlicher Informationsdienst, flickr.com/Manu (lilli2de), flickr.com

 

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